Ich werde eigentlich nie reisekrank (ich hab nachgeguckt, es heisst tatsächlich "reisekrank"), aber auf dem Weg zur Vadmelstampfe hätte ich der Campusleitung fast ins Auto gekotzt.
Mitten im idyllischsten und norwegischsten Teils Norwegens steht an einem Flüsschen eine kleine Mühle mit zwei Spalten zum Stampfen. In jeder Spalte sind zwei Holzklötze, die den Stoff stampfen und durch die Abstufung langsam drehen. Man muss nur noch regelmässig warmes Wasser nachfüllen und jede Stunde den Vadmel strecken, was der schwierigste Teil ist, da man ihn unglaublich schnell schief strecken kann. Je nach dem, wie dicht der Vadmel sein soll, dauert das 5 bis 7 Stunden, dazu kommt das Aufwickeln am Schluss. Im Sommer ist es sicher ganz schön, aber im Herbst ist es nur noch kalt und nass. Noch dazu stinkt alles nach Rauch und Schaf, und von den Haaren an meinen Händen könnte ich nochmal drei Meter weben. Das ewige Geplätscher, der seltsame Schreivogel und das Stampfen (Samba-Rhythmus, übrigens) können einen auf Dauer echt wahnsinnig machen.
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